Wenn es dunkel wird im Märchenwald: Das Nusszweiglein

Erschienen: 11/2017
Buchtyp: Novelle
Serie: Wenn es dunkel wird im Märchenwald

Genre: Soft-SM / BDSM
Zusätzlich: Fantasy

Erhältlich als:
paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-86495-285-2
ebook: 978-3-86495-346-0

Preis:
Print: 19,90 €[D]
ebook: 2,99 €[D]

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Wenn es dunkel wird im Märchenwald: Das Nusszweiglein


Inhaltsangabe

Um sein Leben zu retten, verspricht ein Kaufmann dem Biest der Dunkelwälder das erste Lebewesen, das ihm bei seiner Heimkehr entgegenkommt. Ausgerechnet seine älteste Tochter Eva ist es, die das Schicksal dazu verdammt, dem Biest überantwortet zu werden. Noch auf der Kutschfahrt erfährt sie, was die Kreatur von ihr erwartet: Sich ihr zu unterwerfen, ihr Lust zu schenken, und sich ihr mit Leib und Seele hinzugeben. Doch als die Nacht hereinbricht, kommt ein attraktiver junger Mann zu ihr, dem sie sich anstelle des Untiers hinzugeben hat - einem gnadenlosen Master, der ihr Lustschmerz bereitet und ihre leidenschaftliche Unterwerfung fordert ...

Auch als Gesamtausgabe mit vier weiteren Märchen-Adaptionen unter dem Titel "Wenn es dunkel wird im Märchenwald ... 3" erhältlich. 

Über die Autorin

Lily Monroe lebt glücklich verheiratet irgendwo in Bayern. Sie flucht beim Autofahren wie eine Teufelin, radelt wie eine Irre und singt „angeblich“ wie ein Engel. Außerdem sammelt sie Hüte, Mützen und Lippenstifte.

...

Weitere Teile der Wenn es dunkel wird im Märchenwald Serie

Leseprobe

Man hörte die Kutsche weder, noch sah man sie, was daran liegen mochte, dass niemand darauf vorbereitet gewesen war und keiner danach Ausschau gehalten hatte, doch nun stand sie da: ein monströs anmutendes Gefährt aus Holz, so schwarz wie die Nacht und sechs Rappen davor gespannt, deren Fell so seidig wirkte, dass man in Versuchung geriet, sie streicheln zu wollen. Aber als sie Eva ansahen, zuckte sie erschrocken zurück, denn die Augen glühten wie brennende Kohlestücke. Sie musterte mit wachsendem Grauen die Droschke. Es schien keine Fenster zu geben und keinen Kutscher, der auf dem Bock saß, was ein Ding...

...der Unmöglichkeit war. Wer lenkte die Pferde? Wer gab auf den Weg acht?

Eva wartete am Rande des elterlichen Gartens und sah wie erstarrt auf die Equipage. Es brauchte keine Erklärung, wer dieses Gefährt geschickt hatte und warum. Während sie noch versteinert herumstand, schob sich eine schmale Hand in die ihre. Eva musste nicht hinsehen, um zu wissen, dass es Annegret war, ihre älteste und beste Freundin, die mit ihr auf das wartete, was nun als Nächstes geschehen würde.

Die Kutschentür öffnete sich, und aus dem Innern grollte eine Stimme, so heiser wie das Bellen einer Meute Jagdhunde: „Tochter des Kaufmanns, steig ein! Ich bin gekommen, um das Versprechen deines Vaters einzulösen!“

Eva fröstelte unwillkürlich, und die Furcht machte es ihr unmöglich, über irgendetwas nachzudenken, etwas zu sagen oder zu tun.

Sie sah zu Annegret, die ihr einen raschen Blick zuwarf und dann auf die Kutsche zulief. „Woher willst du wissen, dass es die Tochter und nicht der Hund ist, den du holen darfst?“

Aus dem Innern der Equipage knurrte das Biest bedrohlich. „Der Wind hat es mir zugeflüstert und die Bäume bestätigten es.“

Annegret wandte ihrer Freundin den Kopf zu, und Eva erkannte sofort, dass Annegret etwas unglaublich Dummes vorhatte.

„Ich bin die Tochter des Kaufmanns!“, log Annegret.

Jetzt kam Leben in Eva, denn sie konnte nicht zulassen, dass Annegret sich für sie opferte, nicht, wo sie doch bald schon ihren Manfred heiraten würde und einer glücklichen Zukunft entgegensah. Eva hatte geahnt, dass Annegret irgendetwas verheimlicht hatte, zu zerstreut, zu nachdenklich hatte ihre Freundin gewirkt, seit Eva ihr von dem Handel des Vaters mit dem Biest der Dunkelwälder erzählt hatte. Doch sie hatte nicht damit gerechnet, dass Annegret sich für sie ausgeben wollte. Eva machte einen Schritt nach vorn, noch ehe sie die Kutsche erreichte oder Annegret zurückrufen konnte, ergriff eine behaarte Klaue Annegrets Arm und zog sie näher. Mehr als Arm und Hand des Untiers waren nicht zu erkennen, aber offenbar konnte Annegret einen Blick auf das Biest werfen, denn sie schrak sofort zusammen und wich einen Schritt zurück.

Im nächsten Moment wurde ihr Arm losgelassen und ein zorniges Brüllen drang aus dem Innern der Droschke. „Du wolltest mich betrügen! Verschwinde!“ Der Schrei war so durchdringend, dass die Equipage davon zu beben begann, während die Rappen stillstanden, als hörten sie nichts. „Tochter des Kaufmanns, steig ein! Ich bin gekommen, um das Versprechen deines Vaters einzufordern! Wenn ihr vorhattet, mich zu hintergehen, soll es euch schlecht ergehen!“

Eva stolperte fast, weil sie sich so sputete, um zur Tür der Kutsche zu gelangen.

„Ich bin da, vergebt mir! Es war ein Versehen, wirklich! Ich bin die Tochter des Kaufmanns Maerks.“ Sie streckte die Hand aus, darauf wartend, ob sie begrüßt oder in die Droschke befohlen würde. Tatsächlich packte die Klaue sie nun am Handgelenk und zog sie so rasch ins Innere, dass sie nur noch aus dem Augenwinkel wahrnahm, wie ihre Eltern und ihre beiden Schwestern aus dem Haus gelaufen kamen.

Unsanft purzelte sie auf eine Polsterbank und hielt inne, ängstlich überlegend, ob sie überhaupt sehen wollte, was da mit ihr in der Kutsche saß. Der Boden vibrierte und die Wände schaukelten, es war eindeutig, dass die Pferde sich in Bewegung gesetzt hatten, doch von draußen drang kein Laut an Evas Ohren. Aber vielleicht lag das auch daran, dass sie vollkommen darauf konzentriert war, mit all ihren Sinnen zu ergründen, wem sie sich gegenübersehen würde, sobald sie sich aufrecht hinsetzte und die Augen öffnete.

Sie fühlte eine Präsenz, eine dunkle, furchteinflößende Präsenz, etwas, das rau klingend atmete und den Geruch nach frischer Walderde und Tannennadeln verströmte. Ein Wesen, das außerdem große Hitze ausstrahlte.

„Sieh mich nur an“, sagte das Biest, und Eva dachte, dass es ohnehin keinen Wert mehr hatte, sich davor zu drücken, das Untier zu betrachten. Sie schlug die Lider auf, entschlossen, keinerlei Furcht zu zeigen, egal, was sich ihrem Blick darbot. Egal, wie schrecklich es auch sein mochte.

Das Biest war riesig, gut zwei Köpfe größer und zweimal so breit wie Eva. Es füllte seine Bankseite fast vollständig aus, und es war unbekleidet, hatte aber am ganzen Körper ein schwarzes Fell. Während seine Füße wie die eines Menschen in Übergröße wirkten, aber behaart waren, waren seine Hände Klauen mit fünf Fingern und scharf aussehenden Krallen daran, die blauschwarz funkelten und vom Mondlicht erhellt wurden, das durch das gläserne Dach der Kutsche schien, wie Eva nun auffiel.

Zögernd hob sie den Kopf und wagte auch einen Blick in sein Gesicht. Es war schwarz, schien mit seiner dunklen, ledrig wirkenden Haut und den erstaunlich hellen Augen, die immer wieder, je nach Einfall des Lichts, ihre Farbe änderten, fast menschlich.

„Mein Name ist Eva“, stellte sie sich eingeschüchtert vor. „Wie soll ich Euch ansprechen?“

„Biest oder Herr, das ist mir einerlei“, erklärte das Wesen mit einer tiefen, grollenden Stimme, die in Evas Leib vibrierte.

Sie schwieg und auch das Biest sagte eine ganze Weile nichts mehr.

Eva sah zum Himmel und bewunderte die Sterne, die mittlerweile aufgegangen waren. Sie fragte sich, ob ihre Eltern und ihre Schwestern ebenfalls dort hinaufblickten und sie alle nun dasselbe betrachteten. Der Gedanke tröstete sie einerseits, andererseits wurde ihr mit brutaler Direktheit klar, was sie verloren hatte und dass sie einer äußerst ungewissen Zukunft entgegensah. Sie schniefte und versuchte, ihre Tränen zu unterdrücken.

„Hast du dich noch nicht gefragt, was ich mit dir vorhabe?“, riss das Biest sie aus ihrer Agonie.

Sie blinzelte und sah auf das schreckliche Wesen, dessen Anblick ihr eisige Schauer über den Rücken jagte. Da seine Miene so menschlich wirkte, konnte sie seine Mimik lesen, und im Augenblick lächelte es gemein.

„Du wirst mir zu Diensten sein“, begann es, und sein Blick wanderte über ihren Körper, worauf sich Eva sämtliche Nackenhaare aufstellten.

„Ihr wollt also, dass ich Eure Hausarbeit erledige?“, stieß sie hastig hervor und das Blut rauschte in ihren Ohren.

Das Biest grinste fies und beugte sich vor. Er legte seinen haarigen Arm und die Klaue um ihre Taille, und sie nahm wahr, wie die Krallen gegen ihre Haut drückten. Ihr Herz schlug so wild, dass sie den Herzschlag bis in ihren Kehlkopf spürte.

„Nein, oder vielleicht doch, aber dann wirst du nackt und vor mir auf den Knien sein.“ Er lehnte sich vor, sodass sich ihre Nasen beinahe berührten und sie seinen Atem auf ihrer Haut brennen fühlte. „Du wirst meine kleine Lustsklavin sein. Du wirst alles tun, was ich von dir verlange, und tust du es nicht, hole ich deine Mutter, damit sie es tut.“

Er leckte sich über die Lippen, und dabei sah Eva eine schwarze Zunge, die rau wirkte. Wie eine Teufelszunge. Sie erschauerte, und obwohl sie in ihrer Unschuld nicht wusste, was denn genau das Biest damit meinte, sie habe seine Lustsklavin zu sein, so ahnte sie wohl, dass es grauenvoller wäre, als sie es sich in ihren schlimmsten Träumen ausgedacht hatte. Lustsklavin klang, als hätte es etwas mit Beischlaf zu tun, mit intimen Handlungen, die nur Liebespaaren vorbehalten waren. Und im selben Moment wusste sie, dass sich frappierende Vergleiche zu ihrem Traum ziehen ließen. Hatte sie nicht sogar davon geträumt?

Während sie noch überlegte, ob sie aus Furcht niedersinken oder sich todesmutig aus der fahrenden Kutsche stürzen sollte, erinnerte sie sich auch daran, dass ihre Mutter dann ihren Platz einzunehmen hätte. Wenn sie an ihre scheue, zarte Mutter dachte, wusste sie, dass dies deren Tod bedeuten würde, sicher stürbe sie bereits auf der gemeinsamen Fahrt mit dem Biest.

Eva schluckte und sprach sich selbst Mut zu.

Mit einem Mal wurde sie sich bewusst, dass ein moschusartiger Geruch sie einhüllte. Etwas Betörendes, das sie benommen und schwindelig machte. Vorsichtig schnupperte sie und bemerkte den Blick des Biests. Lauernd und auch irgendwie gequält betrachtete es sie. Sie fühlte, wie ihre Augenlider flatterten, dann hatte sie das Gefühl umzukippen.

Hände betasteten sie, raue Tatzen mit Krallen daran. Jemand zog ihr die Kleider aus, und obwohl sie versuchte, sich zu wehren, gelang es ihr nicht. Ihr Mieder wurde aufgeschnürt, ihre Röcke über die Hüften gestreift.

Ihr Leib schien bleischwer, ihre Glieder hingegen waren wie Wollfäden, und sie war absolut unfähig, sich zu bewegen. Heißer Atem strich über ihren Bauch, und im nächsten Moment fühlte sie eine raue Zunge vom Nabel nach oben gleiten, die eine feuchtwarme Spur über ihre Haut zog und auf ihrer Brust endete, als sie die Knospe erreichte, diese mit den Lippen umschloss und nun daran sog. Das Zittern, das Eva überlief, war zugleich ihrer Furcht und der Erregung geschuldet, die sie erfüllte, als das Tun anhielt und noch intensiver wurde. Sie wusste nicht, wem die Zunge gehörte, ob es Traum oder Wirklichkeit war. Doch dann legten sich Hände auf ihre Seiten, glitten nach oben, und als sich Daumen und Zeigefinger um ihren Nippel schlossen, daran zupften und zogen, fühlte sie, wie dies ein Pochen und Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen auslöste.

„Sie ist bereit“, raunte eine Stimme.